Schwarzkehlchen

Saxicola torquatus, Stonechat

Schwarzkehlchen; Weibchen; female Stonechat, Saxicola rubicola
Schwarzkehlchen, Weibchen - Portugal 2018

Das Europäische Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) ist ein Singvogel aus der der Familie der Fliegenschnäpper. Es ist regional eine stark gefährdete Vogelart. In Deutschland breitet es sich in den letzten Jahren aus, was vermutlich auf die Klimaentwicklung zurückzuführen ist. Dabei besetzt es gerne alte Braunkehlchen-Reviere. Es gilt aber immer noch als gefährdet.

Merkmale

Männchen und Weibchen der der etwa spatzgroßen Vögel sind unterschiedlich gefärbt. Nur das Männchen hat die namensgebende schwarze Kehle. Auch sein Kopf ist schwarz gefärbt und mit einem weißen Halsring abgesetzt. Das Rücken- und Schwanzgefieder ist dunkelbraun gefärbt, der Bauch und die Brust orangerot, beim Weibchen etwas matter.

Lebensraum

Das Schwarzkehlchen ist ein Zugvogel, der in Süd- und Westeuropa überwintert. In der zweiten Märzhälfte kehren die Vögel zurück in ihre Brutquartiere. Bevorzugt werden offene, eher karge Landschaften mit einzelnen Büschen und kleinen Gräben oder Wasserflächen und feuchte Wiesen.

Karte zur Verbreitung des Schwarzkehlchens.
Verbreitung des Schwarzkehlchens.

Gesang

Markant sind die Warnrufe mit, kurzen Pfeiftönen und schnalzenden Lauten. Der Gesang besteht aus variablen kurzen Strophen, mit rauen und knirschenden Elementen.

Warnruf

Gesang


Karte zum Vorkommen des Schwarzkehlchens in Deutschland.

Vorkommen in Deutschland

Die Schwarzkehlchenpopulation hat sich in Deutschland in den letzten 20 Jahren fast vervierfacht. Nach dem der Bestand bis in die 80er Jahre des vorherigen Jahrhunderts stark rückläufig waren kam es zu einer Trendwende. Die Gründe für die Populationsschwankungen sind weitgehend unbekannt. In Deutschland kommt es mit bis zu 20.000 Brutpaaren vor allem in Nord- und Ostdeutschland, sowie in Südwestdeustchland vor. Sonst ist es sehr lückenhaft verbreitet.

Beobachtungsmöglichkeiten

Da das Schwarzkehlchen ins unseren Breiten nach wie vor stark gefährdet ist, sollte man ihm während der Brutzeit nicht nachstellen. Gute Gelegenheiten können sich jedoch während des Heimzuges ergeben. Ab der zweiten Märzhälfte lassen sich in den Wiesen und Feldern oft kleine Zugtrupps entdecken, die man von Feldwegen während eines Spaziergangs gut beobachten und fotografieren kann.Die Vögel nutzen gerne Weidezäune als Sitzwarte von den sie auf Nahrungssuche in die Wiese fliegen. Sucht man mit dem Fernglas während der Zugzeit im Frühling die Weidezäune ab, kann man sie entdecken. Auf gleiche Art und Weisen lassen sich Steinschmätzer und Braunkehlchen entdecken, die etwas später ziehen.

Die hier gezeigten Aufnahmen sind alle in den Winterquartieren der Art in Spanien, Griechenland und Portugal entstanden, dort zeigen sich die Vögel oft wenig scheu. Mallorca oder die portugiesische Algarve bieten sich da besonders an.

Quellen und Links

  • Informationen zum Schwarzkehlchen in der Wikipedia.
  • Aktuelle Beobachtungen aus der Datenbank von Naturgucker.de.
  • Aktuelle Beobachtungen aus der Datenbank von ebird.org.
  • Gedeon, K., C. Grüneberg, A. Mitschke, C. Sudfeldt, W. Eickhorst, S. Fischer, M. Flade, S. Frick, I. Geiersberger, B. Koop, Bernd, M. Kramer, T. Krüger, N. Roth, T. Ryslavy, S. Stübing, S. R. Sudmann, R. Steffens, F. Vökler, K. Witt (2014): Atlas Deutscher Brutvogelarten – Atlas of German Breeding Birds. Herausgegeben von der Stiftung Vogelmonitoring und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten. Münster
  • Kartenvorlage: Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de