Graubruststrandläufer

Calidris melanotos, Pectoral sandpiper

Graubruststrandläufer  (Calidris melanotos), im Übergangskleid.
Graubruststrandläufer (Calidris melanotos), Marburg - 5/2008

Der Graubruststrandläufer (Calidris melanotos) ist ein nordamerikanischer bzw. nordasiatischer Schnepfenvogel, der in Mitteleuropa eine Ausnahmeerscheinung ist. Der englische Name Pectoral Sandpiper bezieht sich, wie die deutsche Bezeichnung, auf die scharf abgegrenzte Brustfärbung der Vögel.

Merkmale

Die etwa amselgroßen Vögel fallen am ehesten durch die stark gestreifte Brustfärbung auf, die sich deutlich vom weißgefärbten Bauch der Tiere abhebt. Der Mantel ist rot-bräunlich gefärbt und die Beine gelb-grünlich. Beim Graubruststrandläufer ist der Geschlechterdimorphismus schwach ausgebildet. Die etwas kleineren Weibchen sind blasser gefärbt.

Verbreitung des Graubruststrandläufers
Verbreitung des Graubruststrandläufers

Lebensraum

Das Brutgebiet erstreckt sich über den gesamten arktischen Teil Sibiriens und Nordamerikas. Die Vögel bevorzugen vegetationsreiche, feuchte Lebensräume. Graubruststrandläufer sind Langstreckenzieher. Sowohl die asiatische Population als auch die nordamerikanische überwintert in Südamerika. Nur ein kleiner Teil überwintert in Australien und Neuseeland. Im Winterquartier bevorzugen die Vögel Süß- und Brackwassergebiete in Küstennähe oder auch im Binnenland einschließlich der Hochplateaus der Puna Zone bis in 4500m Höhe .Sie sind dort oft mit Amerikanischen Goldregenpfeifern und Grasläufern vergesellschaftet.

Vogelstimmen

Das Stimmenrepertoire des Graubruststrandläufers ist sehr variantenreich. Es werden vier verschiedene Balz- und Warnrufe unterschieden.

Balzruf des Männchens im Balzflug
Balzruf des Männchens am Boden

Alarmruf
Flugruf

Nahrung

Graubruststrandläufer ernähren sich in den Brutgebieten vor allem von Schnaken und deren Larven. Während der Zugzeit oft von Grashüpfern und Grillen, aber auch andere Insekten und Weichtiere werden verzehrt. Pflanzliche Kost wird nur gelegentlich aufgenommen. Die Vögel gehen oft in kleinen Gruppen auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Eiablage erfolgt in den Brutgebieten im Juni und Juli. Vier Eier werden in einer in der Vegetation verstecken Mulde abgelegt. Die Brutzeit beträgt drei Wochen, die Jungvögel sind nach 30 Tagen flügge. Älteste bekannte Vögel sind nur 4-5 Jahre alt geworden. Die Vögel führen in der Regel eine monogame Saisonehe, sind aber gelegentlich auch polygam. Die Männchen zeigen in der Brutzeit ein territoriales Verhalten. Die Brutstättentreue ist aber nicht besonders stark ausgeprägt. Neue satellitentelemetrische Untersuchungen habe gezeigt, dass Männchen auf dem Heimzug kein eindeutiges Ziel haben und zum Teil das gesamte Brutareal der Art nach einem geeigneten Brutplatz durchsuchen. Einzelne Vögel habe dabei mehr als 13.000 km innerhalb von vier Wochen zurückgelegt.

Die hohe Mobiltät der Männchen während der Paarungszeit hat eine geringe genetische Variation innerhalb der Art zu folge. Es gibt deshalb auch keine Unterarten beim Graubruststrandläufer. 

Bestand

Graubruststrandläufer sind in ihrem Bestand nicht gefährdet. Die Art scheint sich nach Westen auszubreiten. Eine kleine Population brütet in Schottland, Brutzeitbeobachtungen gibt es auch aus Norwegen.

fotografisches

In Mitteleuropa ist der Graubruststrandläufer eine Ausnahmeerscheinung die gezeigten Bilder sind an einer Kiesgrube im Mittelhessen entstanden.

Quelle und Links


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Foto: A.Trepte | www.photo-natur.de

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